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Sammlungen
Stipendienprogramm der Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Das 2009 eingerichtete Stipendienprogramm ermöglicht Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen aus der ganzen Welt ein- bis dreimonatige Forschungs- und Arbeitsaufenthalte an den Einrichtungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin.
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Publikation "Forschung bei den Staatlichen Museen zu Berlin", 2007
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Forschungsprojekte bei den Staatlichen Museen zu Berlin
Neben den klassischen Forschungseinrichtungen der Staatlichen Museen zu Berlin - Zentralarchiv, Rathgen-Forschungslabor und Institut für Museumsforschung - wirken auch einzelne Sammlungen an verschiedenen internationalen und nationalen Forschungsprojekten mit. Diese Seite gibt einen Überblick über die Forschungsaktivitäten der einzelnen Häuser der Staatlichen Museen zu Berlin.
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Naga-Projekt, Sudan
Seit dem Beginn der Grabungen des Ägyptischen Museums Berlin in Naga am 5. Februar 1995 werden die archäologischen Arbeiten in der Steppe des Nordsudan dank der Unterstützung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und durch den Verein zur Förderung des Ägyptischen Museums Berlin e.V. in enger Zusammenarbeit mit der National Corporation for Antiquities and Museums, mit der sudanesischen Botschaft in Berlin und mit der deutschen Botschaft in Khartum als jährliche Kampagnen von ca. 12 Wochen Dauer in den Monaten Januar bis März und November durchgeführt. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat mit der Aufnahme der Feldforschung in den Aufgabenbereich einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin (Karla Kroeper) dem Projekt eine langfristige Perspektive gegeben.
Das Berliner Naga-Projekt hat sich zu einer sehr erfolgreichen und nicht nur von der scientific community, sondern auch von den sudanesischen und internationalen Medien stark beachteten Unternehmung entwickelt. Eine erste Bilanz wurde in einer kleinen Sonderausstellung vorgelegt, die 1998 und 1999 in Bonn, Ingolstadt und Hannover gezeigt wurde; die Begleitpublikation dieser Ausstellung machte Naga einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Erste Grabungsergebnisse konnten in die vom Ägyptischen Museum Berlin konzipierte und 1996-1998 in sechs europäischen Städten gezeigte Sonderausstellung "Sudan - Antike Königreiche am Nil" integriert werden. Zusammen mit dieser Ausstellung ist es dem Naga-Projekt gelungen, die Kunst und Kultur des antiken Sudan und insbesondere des Königreichs von Meroe, das von 300 v. Chr. bis 350 n. Chr. der mächtige südliche Nachbar des ptolemäischen und römischen Ägypten war, in das Geschichtsbild der antiken Welt zu integrieren.
Naga präsentiert sich als eine nach ihrem Ende nicht zerstörte Stadt, die dem natürlichen Verfall preisgegeben integrale Grabungsbefunde verspricht. Die vielfältigen Funde im Amun-Tempel erlauben die Vermutung, dass auch bei der Ausgrabung der Profanbauten im Stadtareal, mit der nach Abschluss des Oberflächensurvey an ausgewählten Strukturen begonnen werden soll, aussagekräftiges Fundgut zutage kommen wird.
Für die Geschichte des meroitischen Reiches um die Zeitenwende setzen die Stelenfunde mit dem Namen der Königin Amanishakheto neue Fragezeichen.
Für die Kunstgeschichte sind die Statuenfunde ebenso wie die Stelen wertvolle Fixpunkte für die Datierung ähnlicher, kontextloser Werke. In der kurzen Liste sicher datierter meroitischer Skulptur bilden die Naga-Figuren einen willkommenen Zuwachs. Die hohe Qualität der Reliefs auf dem Altar in 104 und auf den Stelen stellt die Frage nach dem gegenseitigen Verhältnis der meroitischen und der ägyptischen Kunst dieser Zeit.
Bibliografie zu Naga
Gemäldegalerie:
Größere Ausstellungs- und Forschungsvorhaben
- Daniel Nikolaus Chodowiecki. Die Gemälde. Ausstellung mit Bestandskatalog (Rainer Michaelis, in Kooperation mit der Stiftung Stadtmuseum Berlin, vorauss. 2009)
- Gesichter der Renaissance. Meisterwerke italienischer Portrait-Kunst - Bode-Museum, Museumsinsel Berlin, Berlin 25. August - 20. November 2011, Stefan Weppelmann, in Kooperation mit dem Metropolitan Museum of Art, New York
Kritische Bestandskataloge
- Die altdeutschen Gemälde des 13. - 15. Jahrhunderts (Dr. Stephan Kemperdick, technologische Untersuchungen: Beatrix Graf, gefördert v. The Getty Grant Program)
- Die deutschen-, englischen und französischen Miniaturen des 18. Jahrhunderts in der Berliner Gemäldegalerie (Rainer Michaelis, technologische Untersuchungen: Ute Stehr)
- Die deutschen Gemälde des 17. Jahrhunderts (Rainer Michaelis, Kooperation mit der Universität Trier, technologische Untersuchungen: Ute Stehr)
- Die oberitalienischen Gemälde des 15. Jahrhunderts (Stefan Weppelmann, Catarina Schmidt-Arcangeli, technologische Untersuchungen: Maria Reimelt, Claudia Laurenze-Landsberg, gefördert v. d. Fritz-Thyssen Stiftung)
Sonstige Forschungsprojekte und Kooperationen
- Neutronen-Autoradiographie von Gemälden: Gemäldegalerie in Zusammenarbeit mit dem Berliner Hahn-Meitner-Institut; wissenschaftlich-technische Untersuchungen des Malschichtenaufbaus von Gemälden mit Hilfe von Neutronen-Autoradiographien (Claudia Laurenze-Landsberg, Christoph Schmidt)
- Technologische Forschung an Gemälden von Lucas Cranach d. Ä. in Kooperation mit der Stiftung Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) im Rahmen der Erarbeitung des Bestandskataloges zu Werken Lucas Cranachs d. Ä. und der deutschen Malerei des 15. und 16. Jahrhunderts im Besitz der SPSG
- Technologische Forschung an Gemälden von Jean-Antoine Watteau in Kooperation mit der Stiftung Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) im Rahmen der Erarbeitung des Bestandskataloges zur "Französischen Malerei in den Preußischen Schlössern" (Projekt "Watteau - Lancret - Pater" gefördert von The Getty Grant Program)
- Forschungen zur Restaurierungsgeschichte der Gemäldegalerie (Ute Stehr)
Kupferstichkabinett:
Forschungsbasierte Ausstellungsprojekte
- Emil Nolde. Mensch - Natur - Mythos. Aquarelle und Graphik im Berliner Kupferstichkabinett; mit einem Bestandskatalog der Werke im Kupferstichkabinett. Ausstellung im Sommer 2009 (Dr. Anita Beloubek-Hammer)
- Kunst um Humboldt. Reisestudien aus Mittel- und Südamerika von Johann Moritz Rugendas, Ferdinand Bellermann und Eduard Hildebrandt. Ölskizzen- und -bilder, Aquarelle und Zeichnungen im Berliner Kupferstichkabinett; Ausstellung Herbst/Winter 2009/10 (Dr. Sigrid Achenbach)
- Verismus und Neue Sachlichkeit (Dr. Anita Beloubek-Hammer); Ausstellung und Bestandskatalog, Frühjahr 2010
- Antoine Watteau und die französische Zeichenkunst der Aufklärung. Ausstellungsvorhaben für das Jubiläumsjahr Friedrich des Großen, 2012 (Prof. Dr. Hein-Th. Schulze Altcappenberg)
- Deutsch/deutsche Graphik seit 1945 (Dr. Anita Beloubek-Hammer). Vergleich der künstlerischen Graphik in der DDR und der Bundesrepublik
Kritische Bestandskataloge
- Die deutschen Zeichnungen des 15. Jahrhunderts im Kupferstichkabinett (Dr. Michael Roth): Wiss. Bestandsverzeichnis
- Zeichnungen der Rembrandtschule (Dr. Holm Bevers): Der im August 2006 vorgelegte kritische Bestandskatalog der Zeichnungen Rembrandts im Kupferstichkabinett soll durch einen Katalog der Zeichnungen der Rembrandtschule ergänzt werden. Dieser wird alle gesicherten Blätter von Schülern erfassen (ca. 150). Daneben werden solche Arbeiten aufgenommen, die bislang - so im grundlegenden Werkverzeichnis der Rembrandtzeichnungen von Otto Benesch (1954-57) - als Werke des Meisters galten, aber nach neuesten Forschungen von Schülerhand stammen. Es handelt sich dabei um über 50% des früher akzeptierten Bestandes, also um ca. 70 Zeichnungen. Dazu kommen etwa weitere 80 Blätter im Stile Rembrandts. Der Verfasser ist als einer von vier Autoren beteiligt an der großen Ausstellung zu Zeichnungen Rembrandts und seiner Schule, die Ende 2009 im Getty Museum in Los Angeles gezeigt werden wird und gewissermaßen eine Vorarbeit für den Berliner Katalog darstellt, dessen Erscheinen für 2011/12 geplant ist.
- Supplement zu dem Katalog der niederländischen Zeichnungen von Bock/Rosenberg (1930) (Dr. Holm Bevers): 1930 legten Elfried Bock und Jakob Rosenberg den kompletten Bestandskatalog der niederländischen Zeichnungen im Berliner Kupferstichkabinett vor. Er umfasst alle flämischen und holländischen Schulen von ca. 1420 bis 1800. Nicht enthalten sind die Blätter, die nach 1930 erworben wurden, und darüber hinaus einige Arbeiten, die die Autoren aus unbekannten Gründen unberücksichtigt ließen. Es handelt sich um insgesamt ca. 400 Zeichnungen. Sie sollen in einem Supplement-Katalog erfasst und kritisch besprochen werden. Der Erscheinungstermin steht noch nicht fest.
- Erich Mendelsohn. Bestandsverzeichnis der Zeichnungen in der Kunstbibliothek (Dr. Sigrid Achenbach): wiss. Bestandsverzeichnis
Forschung im Verbund
- Interdisziplinäres Projekt zur Erforschung und Analyse von Silberstiftzeichnungen (Dr. Michael Roth): Kooperation des Kupferstichkabinetts mit dem Rathgen-Forschungslabor, der Bundesanstalt für Materialforschung BAM und dem Centre de Recherche et de Restauration des Musées de France, C2RMF, des Louvre. Die Erträge dieser langfristigen Forschungskooperation fließen in ein mittelfristig angelegtes Projekt zur wissenschaftlichen Neubearbeitung der deutschen Zeichnungen des 15. Jahrhunderts im Kupferstichkabinett ein. Auftrag ist es hier, das übergreifende Projekt zur Bestandserschließung der Zeichnungen des 15. Jahrhunderts im Kupferstichkabinett abzuschließen. Im Gegensatz zu den bereits grundlegend neu bearbeiteten Beständen italienischer und niederländischer Zeichnungen des 15. Jahrhunderts steht die Bearbeitung der deutschen Zeichnungen dieses Jahrhunderts noch aus. Sie wird im gebotenen wissenschaftlichen Rahmen und in Zusammenarbeit mit dem Wiener "Corpus der deutschen und niederländischen Handzeichnungen vor 1500" geleistet und anschließend in einem Bestandskatalog und in einer publikumswirksamen Ausstellung vermittelt werden.
- "Das Erbe Schinkels - Vom Depot in den Diskurs" (Prof. Dr. Heinrich Schulze Altcappenberg, Dr. Rolf H. Johannsen, Dipl.-Rest. Fabienne Meyer, Anna Schultz M.A. und auswärtige Partner und Forschungseinrichtungen): Wissenschaftlicher Online-Katalog und Ausstellung.
Mit etwa 4.500 Zeichnungen bewahrt das Berliner Kupferstichkabinett die weltweit bedeutendste Sammlung an Arbeiten Karl Friedrich Schinkels, darunter Reiseskizzen, Studien und Entwürfe zu Bauten, zu Bühnendekorationen, Möbeln usw. Ihrer Natur nach sind diese Werke - sämtlich Arbeiten auf Papier - zu einem Dasein im Verborgenen verurteilt. Sie ans Licht zu holen ist das Ziel des auf drei Jahre angelegten und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung großzügig geförderten Projekts »Das Erbe Schinkels und die Geschichtsbilder im Frühen Historismus. Vom Depot in den Diskurs - 3 Transformationen«.
Kunstwissenschaftliche und kunsttechnologische Forschung gehen dabei Hand in Hand, um gemeinsam die grundlegenden Aufgaben eines Museums zu erfüllen: zu bewahren, zu erschließen, zu erforschen und zu vermitteln. Sämtliche Forschungsergebnisse werden in das Museumsdokumentationssystem der Staatlichen Museen zu Berlin eingepflegt, aus dem wiederum der öffentlich zugängliche Online-Katalog des Schinkel-Museums am Berliner Kupferstichkabinett generiert wird.
Weiter sind im Rahmen des Projekts Studientage und ein Kolloquium zu konservierungs- und kunstwissenschaftlichen Themen geplant. Hinzu kommen zwei kleinere Kabinettausstellungen in Zusammenarbeit mit der Alten Nationalgalerie, die die Gemälde Schinkels bewahrt. Sämtliche Ergebnisse werden schließlich in eine große internationale Schinkel-Ausstellung einfließen, die das Kupferstichkabinett als Abschluss des Projekts in der zweiten Jahreshälfte 2012 zeigen wird.
Museum Europäischer Kulturen:
Migration, Work and Identity. A European History in Museums
In enger Zusammenarbeit mit sieben weiteren europäischen Museen arbeitet das Museum Europäischer Kulturen an dem EU-Projekt "Migration, Work and Identity. A European History in Museums". In diesem Rahmen zeigte das Museum Europäischer Kulturen seine Ausstellung "Migration(s)Geschichte(n)" vom 11. Juli - 26. Oktober 2003.
Museum für Asiatische Kunst
"Turfan"-Sammlung
In Zusammenarbeit mit der Berlin Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) und der Staatsbibliothek zu Berlin betreut die Kunstsammlung Süd-, Südost- und Zentralasien die umfangreiche Handschriften-Sammlung aus den vier Zentralasiatischen Turfan-Expeditionen von 1902-14, deren Katalogisierung inzwischen weit fortgeschritten ist.
In einem Sonderprojekt konnten nun die 21 Bände der mit den Turfan-Expeditionen in Zusammenhang stehenden inzwischen sehr fragilen sog. "Turfan-Akten" eingescannt und mit einem Inventar versehen werden. In einer Indexdatei wurde der Inhalt jeder einzelnen der ca. 8000 Seiten kurz beschrieben und nach Orts- und Personennamen sowie anderen wichtigen Suchbegriffen verschlagwortet. Orientalisten und Historiker können sich jetzt einen schnellen Einblick in das Material verschaffen, das nicht nur für die Zentralasienforschung interessant ist, sondern auch Wissenschafts- und Museumsgeschichte widerspiegelt und Handlungsabläufe, Genehmigungsverfahren, Budgetfragen und hierarchische Strukturen deutlich macht.
Informationen unter: Dr. Caren Dreyer, Tel. 030 - 8301 366, E-Mail: mik@smb.spk-berlin.de
Forschung an zentralasiatischen Wandgemälden im Rahmen des KUR-Programms der Kulturstiftung des Bundes und der Kulturstiftung der Länder
Die Kulturstiftung des Bundes und der Länder fördert gemeinsam mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz bis zum Jahr 2011 ein Programm zur Restaurierung und Konservierung von Kulturgütern. Dieses Förderprogramm beinhaltet ein Projekt zur Erhaltung zentralasiatischer Wandmalereien die von der nördlichen Seidenstraße stammen. Sie befinden sich in der Sammlung des Museum für Asiatische Kunst und sollen ab 2015 im Humboldt-Forum am Berliner Schlossplatz präsentiert werden.
Auf den Erfahrungen der in den letzten 10 Jahren im Museum für Asiatische Kunst (vordem Museum für Indische Kunst) durchgeführten Forschung, Konservierung und Restaurierung aufbauend, entwickelte ein dreiköpfiges Restauratorenteam ein Konzept für die ins 6. Jh. n. Chr. datierten Wandmalereien der sog. "Höhle der 16 Schwerträger" (Kizil, Xinjiang; China).
Ihre ungewöhnliche Bezeichnung verdankt die Höhle dem deutschen Indologen Albert Grünwedel, der sie im Rahmen der ersten preußischen Turfan-Expedition 1902 entdeckte und dokumentierte. Aufgrund der an den Seitenwänden des Umwandlungsganges dargestellten tocharischen Fürsten, den Stiftern der Höhle und ihrer Ausmalung, verlieh er ihr den Namen "Höhle der 16 Schwertträger".
Ansprechpartner: Toralf Gabsch, Museum für Asiastische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin
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Museum für Vor- und Frühgeschichte:
Forschungsprojekte in den Jahren 2007 und 2008
- Untersuchungen an den paläolithischen Skeletten von Le Moustier und Combe Capelle (in Kooperation mit dem Anthropologischen Institut der Universität Zürich und dem Max-Planck Institut Leipzig)
- Neuvorlage und technische Untersuchungen der Bestände in der Sammlung trojanischer Altertümer Heinrich Schliemanns (in Kooperation mit diversen Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland)
- Naturwissenschaftliche und kulturhistorische Forschungen zum Berliner Goldhut (in Kooperation mit verschiedenen Forschungsinstitutionen)
- Untersuchungen zu Kleidungsstücken aus skythischen Kurganen (in Kooperation mit diversen russischen Forschungsinstitutionen und dem Rathgen-Forschungslabor)
- Wissenschaftliche Auswertung der Funde aus der frühmittelalterlichen Nekropole Oberhof (Bestand Prussia-Sammlung, DFG gefördertes Projekt)
- Recherchen zu kriegsbedingt verlagerten Beständen (in Kooperation mit Archäologen aus Polen, Russland und dem Baltikum)
Münzkabinett:
Die merowingischen Monetarmünzen als interdisziplinär-mediaevistische Herausforderung
Das Münzkabinett (Prof. B. Kluge / Dr. K. Dahmen) bearbeitet im Rahmen eines gemeinsamen, durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Forschungsprojektes im Verbund mit den Lehrstühlen für Mittlere Geschichte (Prof. J. Jarnut) der Universität Paderborn sowie denen für Romanistik (Prof. M. Selig) und Germanistik (Prof. A. Greule) der Universität Regensburg seinen Bestand der mit ca. 500 Münzen (nach Paris) zweitgrößten europäischen Sammlung von Münzen der Merowingerzeit (6.-8. Jh.).
Beabsichtigt ist neben einer numismatischen Dokumentation in Form eines Bestandkataloges, insbesondere durch die Kooperation mit den Geschichts- und Sprachwissenschaften, das auf diesen Münzen zahlreich überlieferte Namensmaterial (Herrscher-, Monetar- und Ortsnamen) aufzuarbeiten und nach den Perspektiven der beteiligten Fächer vernetzt zu bewerten.
Ziel ist eine gemeinsame Publikation, welche eine fundierte Analyse der politischen und administrativen Gliederung des Frankenreiches und ihrer Eliten ausgehend von den numismatischen Zeugnissen, den Erkenntnissen der Namensforschung sowie der Geschichtswissenschaft beinhaltet.
Weitere Informationen: Dr. Karsten Dahmen (k.dahmen@smb.spk-berlin.de)
Stadtentwicklung, Wohnverhältnisse und Lebensbedingungen im antiken Priene
Im Rahmen eines DFG-Projektes und in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Institut der Universität Frankfurt (Prof. Dr. Wulf Raeck) untersucht das Münzkabinett die Fundmünzen der neuen Grabungen, die Rückschlüsse auf die Verwendung von Bronzegeld und die mittelhellenistische Münzchronologie am Mäandertal bieten können.
Webseite des Projekts
Weitere Informationen unter mk@smb.spk-berlin.de (Dr. Bernhard Weisser)
Ein neues Wissenschaftsunternehmen der Numismatik. Sylloge Nummorum Sasanidarum Paris Berlin Wien
Die Münzkabinette Paris (Bibliothèque Nationale), Berlin (Staatliche Museen zu Berlin) und Wien (Kunsthistorisches Museum) haben sich zusammengefunden, um als Gemeinschaftsunternehmen ihre Bestände an sasanidischen Münzen zu publizieren. Paris besitzt ca. 7.000, Berlin ca. 2.500 und Wien ca. 1.400 sasanidische Münzen. Sie stellen wichtige und noch nicht im notwendigen Umfang ausgewertete Quellen für die Geschichte des Großreiches der Sasaniden dar, das von 224 bis 651 n. Chr. mit Zentrum im heutigen Iran existierte und zeitweise der große Gegenspieler des Römischen Reiches war, bevor es durch die vordringenden Araber im 7. Jahrhundert ausgelöscht wurde.
Von der auf sechs Bände berechneten Sylloge Nummorum Sasanidarum (SNS) sind bisher erschienen Band 1, der die Münzen des Reichsgründers Ardashir I. (224-240 n.Chr.) und seines Nachfolgers Shapur I. (240-272 n.Chr.) enthält (Autoren Michael Alram und Rika Gyselen) sowie in zwei Halbbänden Band 3 mit dem umfangreichen Material des Zeitraums 309-531 n. Chr., von Shapur II. bis zu Kawad I. / 2. Regierung (Autor Nikolaus Schindel). Herausgeber der Reihe Sylloge Nummorum Sasanidarum sind Michael Alram und Rika Gyselen. Die Bände sind im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften publiziert (ISBN 3-7001-3224-7 und 3-7001-3314-6).
Vorderasiatisches Museum:
Tell Halaf-Projekt
Seit 2001 bearbeitet das Tell Halaf-Projekt, gefördert durch die Sal. Oppenheim- und die Alfred Freiherr von Oppenheim-Stiftung sowie die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Überreste der Max von Oppenheim-Sammlung. Diese Privatsammlung, einst im Berliner Tell Halaf-Museum ausgestellt, wurde im November 1943 bei einem Luftangriff schwer beschädigt. Obwohl die Fragmente der monumentalen Basaltskulpturen geborgen und in die Magazine des Vorderasiatischen Museums verbracht werden konnten, galten die Bildwerke lange Zeit als nicht mehr restaurierbar. Ziel des Projektes ist die Wiederherstellung der einzigartigen Denkmäler aus dem frühen 1. Jahrtausend v. Chr. Das Ergebnis wird ein enormer Zugewinn für die Dauerausstellung des Vorderasiatischen Museums sein.
Nach einer Unterbrechung von 77 Jahren konnten die Grabungsarbeiten am Tell Halaf (dem antiken Guzana) in Nordost-Syrien im August 2006 wieder aufgenommen werden. Es handelt sich um eine gemeinsame Mission der Staatlichen Museen zu Berlin und der Direction Générale des Antiquités et des Musées Damas in Kooperation mit den Universitäten Halle und Tübingen. Im Mittelpunkt der Forschungen stehen Untersuchungen zur Chronologie sowie zur Siedlungsstruktur und Siedlungsgeographie. Darüber hinaus erhoffen sich die Ausgräber Erkenntnisse zur kulturellen Entwicklung der Region im frühen 1. Jahrtausend v. Chr. sowie zur Rolle des Ortes in prähistorischer Zeit.
Informationen: Dr. Lutz Martin, Telefon: 030 / 2090 5305, E-Mail: l.martin@smb.spk-berlin.de
Website: www.tell-halaf-projekt.de
Tell Knedig-Projekt
Zwischen 1993 und 1997 beteiligte sich das Vorderasiatische Museum an den archäologischen Ausgrabungen im Haburgebiet in Nordost-Syrien. Im Mittelpunkt der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützten wissenschaftlichen Untersuchungen stand u.a. die Klärung einer dörflichen Siedlungsstruktur im frühen dritten Jahrtausend vor Chr. Die Ergebnisse werden gegenwärtig ausgewertet und daraufhin publiziert. Sie präzisieren die bisherigen Erkenntnisse zu chronologischen und funktionalen Fragen am Unteren Habur. Darüber hinaus liefert die Auswertung der Grabung einen Beitrag zu Überlegungen hinsichtlich der Topographie der Frühen Bronzezeit in Obermesopotamien. Informationen: Dr. Lutz Martin, Telefon: 030 / 2090 5305, E-Mail: l.martin@smb.spk-berlin.de
Syrien
Seit 1997 konnte das Vorderasiatische Museum seinen Bestand durch vier bedeutende Sammlungen altorientalischer Denkmäler erweitern. Neben den restaurierten Bildwerken aus dem im Zweiten Weltkrieg zerstörten Tell Halaf-Museum gehören dazu ausgewählte Funde aus den deutschen Rettungsgrabungen der 1970er und 1980er Jahre am syrischen Euphrat.
Eine umfassende Präsentation der neuen Sammlungen ist aber erst nach der Generalsanierung des Pergamonmuseums möglich. Anlässlich des Jahres der Geisteswissenschaften werden am 8. November 2007 deshalb die Ausgräber in einer Vortragsveranstaltung über ihre Forschungen berichten und ausgewählte Funde aus den Neuerwerbungen vorstellen.
Weitere Informationen: Dr. Lutz Martin, Telefon: 030 / 2090 5305, E-Mail: l.martin@smb.spk-berlin.de
Weitere Informationen:
- Museum Europäischer Kulturen
- Gemäldegalerie
- Vorderasiatisches Musem
- Museum für Vor- und Frühgeschichte
- Münzkabinett
- Kupferstichkabinett
